29.10.2009

Neue Methode für Folsäure

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Ab sofort wird Folsäure mit einem anderen Untersuchungsverfahren angeboten. Es kommt jetzt ein Chemilumineszenz-Mikropartikelassay der Firma Abbott zum Einsatz.

Ab sofort wird Folsäure mit einem anderen Untersuchungsverfahren angeboten. Es kommt jetzt ein Chemilumineszenz-Mikropartikelassay der Firma Abbott zum Einsatz.

Folsäure (Pteroylglutaminsäure) wird von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren synthetisiert, größtenteils in der Leber gespeichert und über Harn, Galle und Stuhl ausgeschieden. Folsäure hat eine wichtige Rolle beim Einbau von C1-Kohlenstoffmolekülen während der DNA- und Proteinsynthese und als Koenzym bei der Porphyrinsynthese. Mangel an Folsäure führt zu einer megaloblastären Anämie (ohne neurologische Symptome), einer Leukopenie, einer Thrombozytopenie sowie zu einer Diarrhoe und zuweilen zu einer ulzerierenden oder nekrotisierenden Stomatitis. Bei Schwangeren mit genetisch bedingter Dysfunktion der Methionin- oder Cystathioninsynthetase ist eine erhöhte Inzidenz fetaler Neuralrohrdefekte beschrieben worden.

Indikation

V.a. Folsäuremangel, Differentialdiagnose der makrozytären Anämie

Abnahmebedingungen

lichtgeschützt/hämolysefrei

Referenzbereich

Es gelten folgende vom Hersteller übernommenen Bewertungskriterien, die ggfs. nach weiteren Untersuchungen noch angepasst werden:

Folsäure 2,3 – 17,6 µg/l

Bei guter Übereinstimmung der bisherigen (Roche) und der jetzt neu eingesetzten Methode (Abbott) kann es im Einzelfall zu diskrepanten Ergebnissen im Verlauf kommen.

Erniedrigte Werte

Alkoholismus, Malnutrition, Malabsorption, Lebererkrankungen, Gravidität, Laktation, myeloproliferative Erkrankungen, Zytostatikatherapie mit Folsäureantagonisten, hämolytische Anämien, sideroblastische Anämie.

Störfaktoren

Biguanide: erhöhte Werte

Hämolyse: falsch erhöhte Werte

Methotrexat, Aminopterin, Pyrimethamin, Sulfasalazin, hormonelle Kontrazeptiva, Antiepileptika: erniedrigte Werte

Literatur

D.S. Wald et al., Folic acid, homocysteine, and cardiovascular disease: judging causality in the face of inconclusive trial evidence.
BMJ. 333 , 1114 (2006)

E. Reynolds, Vitamin B12, folic acid, and the nervous system.
Lancet Neurol. 5 , 949 (2006)

V.M. Whitehead, Acquired and inherited disorders of cobalamin and folate in children.
Br J Haematol. 134 , 125 (2006)

S.N. Wickramasinghe, Diagnosis of megaloblastic anaemias.
Blood Rev. 20 , 299 (2006)

P.J. Stover, Physiology of folate and vitamin B12 in health and disease.
Nutr Rev. 62 , S3 (2004)

H. Jang et al., Genetic and epigenetic interactions between folate and aging in carcinogenesis.
J Nutr. 135 12 Suppl. , 2967S (2005) Siehe auch Homocystein



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