Das Bild zeigt rechts ein Trichterglas mit blauer Flüssigkeit und Glasstab zum Umrühren. Daneben steht ein Reagenzglasständer mit Reagenzgläsern, die ebenfalls blaue Flüssigkeit enthalten. Im Hintergrund ist ein Forscher zu sehen, der in der rechten Hand eine Pipette hält.

Glykosaminoglykane

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Glykosaminoglykane (GAGs) sind lineare, anionische Glykanstrukturen, die als freie Polysaccharide oder kovalent verknüpft zu Proteoglykanen (PGs), vorkommen. In diesen PGs ist der Glykan-Anteil deutlich größer als der Protein-Anteil, somit ist die physiologische Rolle weitestgehend auf die GAGs zurückzuführen. Am häufigsten sind GAGs in der extrazellulären Matrix (ECM) zu finden, aber auch auf Zelloberflächen.

Im Rahmen des SFB 1340 (Matrix in Vision) soll die Zusammensetzung und Funktion der GAGs in der ECM genauer untersucht werden.

Alle GAGs bestehen aus sich wiederholenden Disaccharid-Einheiten, die häufig zusätzlich sulfatiert sind.
Abhängig von den Struktureinheiten können GAGs in Heparan-Sulfat (HS), Chondroitin-Sulfat (CS), Dermatan-Sulfat (DS), Keratan-Sulfat (KS) und die nicht-sulfatierte Hyaluronsäure eingeteilt werden.
Zusammen bilden sie ein komplexes, ineinander verwobenes System mit diversen Funktionen.
Besonders wichtig sind GAGs für die Elastizität von Geweben, da sie durch ihre negative Ladung Wasser an sich binden.
In den letzten Jahren konnte auch ihre Bedeutung für die Signaltransduktion besser verstanden werden.
So spielen sie vor allem bei Angiogenese eine wichtige Rolle.
Eine gestörte Produktion von GAGs wurde in Krankheitsbildern wie Schlaganfällen und Myokardinfarkt (arteriosklerotische Plaques) und in Karzinomen, wie Brust-, Prostata- und Darmkrebs identifiziert.

english version

Glycosaminoglycans (GAGs) are linear anionic glycan structures found as free polysaccharides or covalently linked to proteoglycans (PGs).
In these PGs, the glycan portion is significantly larger than the protein portion. As a result, the physiological role is largely due to the GAGs.
GAGs are most commonly found in the extracellular matrix (ECM) but also on cell surfaces.

Within SFB 1340 (Matrix in Vision), the composition and function of GAGs in the ECM will be examined more closely.
 
All GAGs consist of repeating disaccharide units, which are often additionally sulfated. Depending on the structural units, GAGs may be classified into heparan sulfate (HS),
chondroitin sulfate (CS), dermatan sulfate (DS), keratan sulfate (KS), and the non-sulfated hyaluronic acid.
Together, they form a complex, interwoven system with diverse functions.
GAGs are particularly important for the elasticity of tissues, as they bind water to themselves through their negative charge.
In recent years, their significance for signal transduction has been better understood; it has been shown that they play an important role especially in angiogenesis.
Disturbed production of GAGs has been identified in diseases such as stroke and myocardial infarction (atherosclerotic plaques) and in cancers such as breast, prostate and colorectal cancer.