Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Pathobiochemie
Während die analytische Methode durch die Qualitätskontrolle im Labor überwacht wird, können präanalytische Fehler im Labor nicht mehr korrigiert werden. Grobe präanalytische Fehler werden teilweise bei der Plausibilitätsprüfung erkannt.
Die detaillierten Hinweise finden Sie für die einzelnen Parameter unter "Parameter und Referenzwerte"!
Hämolyse tritt in-vivo als auch nach der Probenentnahme in –vitro auf.
Als Folge der Hämolsye werden die Inhaltsstoffe der Erythrozyten, z.B. Hämoglobin, LDH und Kalium frei und damit steigt deren Konzentration im Plasma an.
Hämoglobin kann als Farbstoff photometrische Analysenmethoden und als Pseudoperoxidase Redoxfarbstoffsysteme beträchtlich stören.
Diesem Sachverhalt trägt das Labor Rechnung, indem die Proben auf freies Hämoglobin untersucht werden.
Der Einfluss der Körperlage wird dadurch minimiert, das die Patienten vor der Blutentnahme 5 min liegen.
Die Blutentnahme für die Gerinnungsanalytik soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle (19 bis minimal 23 Gauge für Kinder) erfolgen. Bei Verwendung eines Butterflys mit Schlauchsystem sollte dieses nur kurz sein (10 cm). Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, daher beachten Sie die empfohlene Reihenfolge:
1. Blutkultur
2. Nativblut (Vollblut / Serum)
3. Citratblut (Gerinnungsanalytik)
4. EDTA- bzw. Heparin-Blut
5. Fluoridblut
Für Untersuchungen der plasmatischen Gerinnung ist ausschließlich eine 3,2% Natriumcitratlösung zu verwenden.
Für den Thrombozytenfunktionsscreening (Platelet Function Analyzer,PFA 100) ist ausschließlich eine 3,8% Natriumcitratlösung zu verwenden.
Das Mischungsverhältnis 1:10 von Natriumcitratlösung und Blut muss korrekt eingehalten werden. Die Entnahmeröhrchen müssen bis zur Markierung gefüllt werden. Eine Unterfüllung von maximal 10% ist tolerabel. Die Blutprobe muss sofort nach der Abnahme vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Die Proben sind umgehend in das Labor zu transportieren da die Stabilität der Probe max. 4 Stunden beträgt.
Für von Willebrand-Syndrom-, Thrombophilie- oder Hemmkörper-Diagnostik senden Sie 2 Probenröhrchen zu 3 ml ein.
Bei Patienten mit einem Hk über 60% müssen die Gerinnungsmonovetten präpariert werden, da durch die geringere Plasmamenge das Plasma-Citratverhältnis zum Citrat verschoben ist.
Wenden Sie bei Fragen sich direkt an das Zentrallabor ihres Campus.
Bei Neu- und Frühgeborenen entfällt jegliche Hk-Korrektur, da die Referenzbereiche mit dem üblichen Mischungsverhältnis 1:10 erstellt wurden.
Das Probengefäß ist mindestens zur Hälfte zu füllen, es muss durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden.